ein mit Flüssigkeit oder Gewebsteilen gefüllter Hohlraum im menschlichen Körper. Im engeren Sinne handelt es sich um ein ein- oder mehrkammeriges, von einer Kapsel umgebenes Gebilde mit flüssigem, schleimigem oder breiigem Inhalt.
Echte Zysten entstehen in schleimhautausgekleideten Hohlräumen, deren Ausführungsgang durch eingedickten Schleim, Steine oder Narben verschlossen ist (z. B. in den Speicheldrüsen, Retentionszysten). Weitere Formen bilden sich aus einer Umwandlung normaler, geschlossener Hohlräume, in denen sich ein Übermaß an Flüssigkeit angesammelt hat, z. B. Spermatozele oder Wasserbruch. Die dritte Form entsteht aus angeborenen Fehlbildungen natürlicher Hohlräume, z. B. Leberzysten aus Gallengängen, Nierenzysten aus Sammelrohren der Niere, mediane Halszysten aus Resten des nicht vollständig rückgebildeten embryonalen Schilddrüsenzungenganges. Zu den echten Zysten gehören auch die Dermoidzysten. Pseudozysten sind nur von Bindegewebe umgeben. Sie können sich im Gehirn durch Erweichung von Hirngewebe nach einer Durchblutungsstörung bei Schlaganfall oder in inneren Organen durch Abkapselung von Parasiten (z. B. bei der Echinokokkose der Leber) bilden. Zysten der Haut gehen meist von den Haarfollikeln oder Talgdrüsen aus. Häufig sind z. B. Grützbeutel oder Hautgrieß.
Die Größe einer Zyste kann von nur mikroskopisch nachweisbaren bis zu mehreren kg schweren Gebilden variieren. Zysten sind im Allgemeinen gutartig, eine operative Entfernung kann jedoch bei besonderer Größe oder fortschreitendem Wachstum nötig sein.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 08.04.2011
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