krankhafte Veränderungen der Vorstufe von Mutterkuchen (Plazenta) und Eihäuten während oder nach einer Schwangerschaft.
Blasenmole
Im ersten Schwangerschaftsdrittel kann es (selten) zu einer Veränderung der Anlage des Mutterkuchens kommen, wobei die normalen Ausstülpungen (Zotten) zu Bläschen umgewandelt werden. Die genaue Ursache ist nicht bekannt. Der Embryo ist nicht entwicklungsfähig oder stirbt sehr früh ab.
Befund: Der Arzt stellt fest, dass die Gebärmutter im Vergleich zur Schwangerschaftsdauer zu groß ist und kann keine kindlichen Herztöne nachweisen. Es kommt zu Blutungen aus der Gebärmutter, selten gehen Bläschen aus Muttermund und Scheide ab. Die Konzentration des Hormons Choriongonadotropin im Blut der Mutter ist oft stark erhöht. In 2–3 % der Fälle entwickelt sich später ein bösartiger Tumor (Chorionkarzinom).
Behandlung: Die Blasenmole wird durch eine medikamentös ausgelöste Ausstoßung und anschließende vorsichtige Ausschabung der Gebärmutter entfernt. Das Gewebe wird anschließend mikroskopisch untersucht. Nach 2–6 Wochen wird eine erneute Ausschabung vorgenommen, um sicherzugehen, dass keine Reste der Blasenmole in der Gebärmutter zurückgeblieben sind. In Einzelfällen ist wegen starker Blutungen eine Gebärmutterentfernung (Hysterektomie) notwendig. Nach der Entfernung einer Blasenmole sollte sich die Betroffene regelmäßig über Jahre nachuntersuchen lassen, damit ein evtl. auftretender bösartiger Tumor rechtzeitig erkannt werden kann.
Destruierende Blasenmole
Etwa 15 % der Blasenmolen entwickeln sich durch Einwachsen in die Gebärmuttermuskulatur zu einer destruierenden Blasenmole. In seltenen Fällen bilden sich Tochtergeschwülste (Metastasen) in der Scheide und in anderen Organen, v. a. in Lunge und Gehirn. Nach der Entfernung durch eine Ausschabung der Gebärmutter ist zusätzlich eine Chemotherapie erforderlich. Meist kommt es zur vollständigen Heilung.
Chorionkarzinom (Chorionepitheliom)
Aus Resten des Trophoblasten können auch bösartige Tumoren entstehen. 50 % dieser Chorionkarzinome entwickeln sich nach einer Blasenmole, 30 % nach Fehlgeburten und Schwangerschaften, die sich außerhalb der Gebärmutter angesiedelt haben (Extrauterinschwangerschaften) und 20 % nach normalen Schwangerschaften.
Befund: Manchmal zeigen sich erste Symptome bereits nach der Geburt, häufig aber erst viele Jahre nach einer Schwangerschaft. Es treten starke Blutungen auf. Die Gebärmutter bildet sich nach einer Geburt nicht ausreichend zurück, oder es kommt zu einer zunehmenden Vergrößerung der Gebärmutter. Manchmal treten auch Beschwerden durch Tochtergeschwülste auf (z. B. Husten bei Befall der Lunge, Kopfschmerzen bei Beteiligung des Gehirns). Die Konzentration des Choriongonadotropins im Blut ist extrem erhöht.
Behandlung: Die erste Maßnahme ist eine Ausschabung der Gebärmutter. Anschließend wird eine Chemotherapie durchgeführt, um verbliebene Tumorzellen in der Gebärmutter und evtl. vorhandene Tochtergeschwülste zu vernichten. Die Prognose hängt u. a. von der Choriongonadotropin-Konzentration in Blut und Urin und dem Vorhandensein von Tochtergeschwülsten ab, wobei vollständige Heilungen in vielen Fällen möglich sind.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 09.12.2010
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