Defizit an natürlichen, körpereigenen Östrogenen. Östrogenmangel betrifft fast ausschließlich Frauen und ist meist kombiniert mit einem Mangel an anderen Hormonen, z. B. Gestagenen.
Ursache: Gründe können Fehlentwicklung oder Funktionsschwäche der Eierstöcke sein, selten auch eine Kastration durch Entfernung der Eierstöcke im Rahmen einer Krebstherapie. Frauen während und nach den Wechseljahren leiden gehäuft unter einem Östrogenmangel, da mit dem Erlöschen der Eierstockfunktion auch die Östrogenproduktion zurückgeht.
Befund: Während der Geschlechtsreife äußert sich Östrogenmangel in Zwischenblutungen und Ausbleiben der Regelblutung bis hin zu Unfruchtbarkeit. In den Wechseljahren ist der Östrogenmangel verantwortlich für Beschwerden wie Schweißausbrüche, Hitzewallungen, depressive Verstimmung und Schlaflosigkeit. Zusätzlich bildet sich das Epithel der Scheide zurück, was Scheidenentzündungen begünstigt. Langfristig kann Östrogenmangel zur Entstehung von Osteoporose beitragen.
Zur Diagnosestellung dienen neben der Anamnese die gynäkologische Untersuchung und evtl. eine Hormonanalyse.
Behandlung: Bei der Hormonbehandlung werden Östrogene z. B. als Pflaster zum Aufkleben auf die Haut, als Salben zum Auftragen im Genitalbereich oder in Form von Tabletten, meist in einer Kombination mit Gestagenen, verabreicht. Außerdem kann ein Behandlungsversuch mit pflanzlichen Arzneimitteln wie Mönchspfeffer oder Traubensilberkerze gemacht werden.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 02.04.2012
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