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Erythem

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Erythem,
Hautröte:

meist entzündlich bedingte Hautrötung infolge einer gesteigerten Hautdurchblutung. Das Erythem ist meist auf umschriebene Hautstellen begrenzt, hält über einen längeren Zeitraum (Tage) an und lässt sich – im Gegensatz zu Blutaustritten ins Gewebe – mit einem Glasspatel wegdrücken.

Ursache: Ein Erythem kann durch äußere Reize, z. B. durch Hitze, intensive Sonnenbestrahlung, mechanischen Druck und verschiedene Hautreizstoffe ausgelöst werden. Es findet sich bei den verschiedensten Hautkrankheiten. Flüchtige Erytheme treten bei Emotionen wie Aufregung oder Schamgefühl (»Schamesröte«) auf.

Befund und Behandlung: Der auslösende Faktor muss beseitigt bzw. die zugrunde liegende Erkrankung behandelt werden. Flüchtige Erytheme klingen rasch von selbst ab. Das Abblassen der Haut wird durch Kühlung beschleunigt.

Verschiedene Krankheitsbilder gehen typischerweise mit einem Erythem einher und weisen deshalb das Wort »Erythema« in der Krankheitsbezeichnung auf: Das Erythema exsudativum multiforme ist eine akut auftretende Erkrankung, die durch scheibenförmige Hautveränderungen mit bläulicher Mitte, evtl. mit Bläschen und hellrotem Rand charakterisiert ist. Die Hauterscheinungen finden sich symmetrisch vorwiegend an Handrücken und Streckseiten der Unterarme. Die Erkrankung entsteht als allergische Reaktion auf verschiedene Auslöser wie Infektionen, Medikamente, aber auch bösartige Tumoren oder Bindegewebskrankheiten. Besonders häufig tritt sie im Frühjahr und im Herbst auf. Eine besonders schwere Verlaufsform des Erythema exsudativum multiforme wird als Stevens-Johnson-Syndrom bezeichnet. Es handelt sich um ein schweres, plötzlich einsetzendes Krankheitsbild mit Entwicklung größerer Blasen auf vielgestaltigen Erythemen, wobei neben der Haut auch die Schleimhäute von Mundhöhle, Atemwegen, Genitalien und Analregion betroffen sind. Das Allgemeinbefinden ist stark gestört, der Kranke hat hohes Fieber, leidet unter Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen und Gelenkbeschwerden. Die Behandlung ist abhängig von der Schwere der Erkrankung. Bei leichteren Formen werden lokal Kortisonpräparate angewendet, während bei schweren Verläufen diese Präparate innerlich eingesetzt werden. In jedem Fall müssen alle als Auslöser infrage kommenden Medikamente abgesetzt werden.

Das Erythema nodosum ist eine wahrscheinlich immunologisch bedingte Hauterkrankung mit roten Knoten, die bei Infektionskrankheiten wie Tuberkulose, bei der Sarkoidose oder im Rahmen einer Arzneimittelreaktion auftritt. V. a. an den Unterschenkelstreckseiten treten bis walnussgroße, sehr schmerzhafte, teigige, rötliche Knoten auf. Das Allgemeinbefinden ist gestört, es besteht Fieber. Die Behandlung besteht in Bettruhe, Kompressionsbehandlung der Beine, der innerlichen Gabe von Acetylsalicylsäure sowie der äußerlichen Anwendung einer Kortisoncreme. Das Erythema nodosum heilt innerhalb von 3 bis 6 Wochen von selbst ab; gelegentlich treten Rezidive auf.

Das Erythema chronicum migrans tritt in der Frühphase der Lyme‐Krankheit auf. Das Erythema infectiosum (Ringelröteln) gehört zu den Kinderkrankheiten.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 04.05.2012

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