Vergiftung mit Mutterkornalkaloiden.
Ursache: Zu einem Ergotismus kommt es bei zu langer und häufiger Anwendung mutterkornhaltiger Medikamente oder nach dem Verzehr mit Mutterkorn verunreinigten Getreides (v. a. ungespritztes, sog. Ökogetreide). Mutterkornalkaloide führen zu Durchblutungsstörungen durch eine Engstellung der Blutgefäße.
Befund: Beim akuten Ergotismus kommt es zu Taubheitsgefühl und Blauverfärbung der Finger und Zehen, zudem können Muskelkrämpfe auftreten. Der Betroffene klagt über Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Schwindel. In schweren Fällen kann es zu epileptischen Anfällen und Bewusstlosigkeit kommen. Bei Schwangeren können Wehen ausgelöst werden. Der chronische Ergotismus ist durch Durchblutungsstörungen des Herzens und der Niere gekennzeichnet. An Händen und Füßen können Geschwüre und Nekrosen auftreten, nach lang andauernder Anwendung mutterkornhaltiger Zäpfchen (bei Migräne) auch am Mastdarm.
Behandlung: Ein Gegenmittel existiert nicht, es können nur die Beschwerden behandelt werden.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 08.12.2010
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